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03.03.2020Spielbericht Juniorinnen A

Der schönste Tag / mein grösster Fehler

Im Vorfeld hatte ich noch ein bisschen die Werbetrommel für unsere Juniorinnen gerührt, und im Verlaufe des Tages kamen einige Fans auf unserer Seite, welche ich bis jetzt noch nicht an einem Match gesehen habe.

Im ersten Spiel bekamen wir es mit Traktor Burchberg-Rüdlingen zu tun,  gegen welche wir im Hinspiel eine bittere Niederlage einzogen. Auf dem Matchblatt sah das einfach aus, nur 5 Spielerinnen gemeldet, aber wir wissen ja von der letzten Runde, wie das so mit der vermeintlichen Übermacht ist. Und so war es dann auch ein zähes Spiel, und Details dazu wollen mir gerade keine einfallen, so sorry. Was ich aber weiss, 2:1 zur Pause für uns, und mit guter Teamleistung im zweiten Abschnitt 2:2, macht Differenz 1, wie der Jasspapst sagen würde. Ein hart umkämpfter 4:3 Sieg für uns, und die nächsten Punkte. Nebst Carmen und Daria als Torschützen machte Anna mit bereits zwei Goals ihre Ambitionen am heutigen Tag geltend.

Gegen den zweiten Gegner, Opfikon Glattbrugg, reichte es in einem torreichen Spiel zu Beginn der Saison nur zu einem 5:5. Da sie mit praktisch gleich vielen Spielern wie wir antraten, ahnte ich bereits ein ähnliches Torspektakel. Doch nun denn, wir hatten unseren Spielplan, und den wollten wir – Tor! Was? Mir riegelt es gleich wieder die Socken hoch wenn ich meine Tornotizen schaue: Nadine am Bully, Schuss, Tor. Ob es wirklich das erste Tor war, oder ob es nach dem Anspiel infolge des Gegentreffers war, who cares, liest sich einfach geiler so. Was mich ebenso freut ist, dass sich Marina erneut den Ratschlag, „mach dein Ding“ zu Herzen genommen, und ein Tor erzielt hat, da blüht langsam eine Tormaschine auf. Apropos Tormaschine, vergesst nicht, dass Anna im ersten Spiel zwei Tore gemacht hat. Auf jeden Fall war es wirklich das energiegeladene, schnelle Spiel, was ich erwartet hatte, und was zum anschauen sowohl für die Fans, aber auch für die Teams echt geil war! Zum ganzen Floorball-Leckerbissen kam zudem, dass der Zuschauergang gefüllt war mit Eschenbacher Fans, welche uns immer wieder mit Zurufen antrieben. Die erste Hälfte konnten wir dann auch mit einem 4:3 Vorsprung abschliessen, jedoch mit der Gewissheit, dass das noch nicht alles war. Im zweiten Abschnitt wechselten sich dann die Treffer auf beiden Seiten hin und her. Besonders geil (ja ich weiss ich brauche dieses Wort gerade sehr viel, aber das Spiel war echt geil!) war auch die Freistoss-Performance von unseren Girls. Anna auf Daria, die zieht ab, und drin ist der Ball. Und das haben sie gleich zweimal gemacht! Da auch noch Sonja ein Tor machte, und Anna (du Stürmermonster) gleich 3!! weitere Male den Kasten traf, stand es kurz vor Schluss 8:8 Unentschieden, wohl wieder eine faire Punkteteilung für zwei gleich starke Teams. Doch dann, ca. 15 Sekunden vor Schluss schaffte Opfikon ein weiteres Tor – Neeeeeeein! schrie ich innerlich.  Doch äusserlich nahm ich cool mein Timeout mit dem Wissen, dass in 15 Sekunden ein Ausgleich noch gut drin liegt. Doch dann folgte der wohl grösste Fehler meiner bisherigen Trainerkarriere. Ich nahm mein Team zusammen, sagte an wer auf dem Feld steht, Goalie raus, doch ich sagte ihnen nur, dass sie den Ball auf dieses verdammte Tor bringen sollen. Ich hatte keinen Plan bereit, keine ausgeklügelte Taktik, nur meine Worte. Und das war, wie ich mir im Nachhinein eingestehen muss, einfach zu wenig. Vor allem, da ich mir am Abend diese Szene noch einmal vor Augen führte, und die perfekte Kombination aufs Papier kritzelte…das hätte es vorher gebraucht. So kam es leider, dass wir den Ball zwar in unsere Reihen, nicht aber vors gegnerische Tor brachten. Die Sirene ertönte, 8:9 Niederlage für uns. Es ist bitter, und ich muss mich bei meinen Mädels entschuldigen, sie hatten an diesem Tag alles gegeben, das schwächste Glied (bitte jetzt nicht kichern) war aber dieses Mal der Trainer. Aber, erneut Respekt für den Gegner und auch für deren Trainer, sympathisch wie wir uns beim Handshake beide eingestanden, wie verrückt und geil diese Partie doch war.

Doch auf Regen folgt ja immer Sonnenschein, und der entfaltete sich, als ich meine Mädels vor die Zuschauer zum Dankesapplaus bat. Ich fühlte mich wie ein ganz grosser, und ich hoffe meinen Mädels ging es auch so. Praktisch von jeder Spielerin ein Elternteil war anwesend, sogar meine Eltern (ja es war der Gusti, der immer wieder einmal „Hopp Eschi“ gerufen hatte und keine der Spielerinnen wusste, wer das war), meine Mitbewohnerinnen und deren Landsleute (4 Finninnen schauten unser Spiel, wie geil ist das denn bitte) Freunde aus der Guggenmusik, mein coachingtechnischer Ziehvater (Vorbild wäre zu gross gegriffen, das ist schon Magnum) Zubi mit Kindern, wohl hoffentlich zukünftige Spielerinnen und sicher noch einige mehr, welche ich in diesem Moment nicht sah. Auf jeden Fall applaudierte die ganze Reihe zurück, und das machte diesen Tag verdammt noch mal zum schönsten meiner bisherigen Trainerkarriere. Danke euch allen, die da waren, danke auch meinen Girls, die mir das ermöglicht haben.

Nun heisst es nochmals, zwei Runden den Flow zu behalten, und weiter das hochklassige Unihockey zeigen, zu dem wir eigentlich fähig sind. Ob es von der nächsten Runde einen Bericht gibt, kann ich noch nicht mit Sicherheit sagen, Fasnacht, respektive Skiweekend (Petra lässt grüssen) zwingt mich dazu, an besagter Runde zu fehlen, so können sich die Mädels mit Nadine wieder einmal einen Frauentag machen.

Zur letzten Runde wird es aber noch einmal emotional, das kann ich euch jetzt schon versprechen.

 

Fabian Eicher, 04.03.2020