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01.05.2019Spielbericht Junioren D

Ein Knaller zum Abschluss

Waldkirch-St. Gallen (NLA-Verein), Floorball Thurgau (Spitzenclub NLB), Wiler-Ersigen (Serienschweizermeister) und der UHC Eschenbach. Diese Auflistung tönt wie eine Rätselaufgabe, bei welcher das Wort gesucht werden muss, das nicht zu den anderen passt. In Tat und Wahrheit handelt es sich um die vier Teams, die am D-Masters in Langenthal um die Medaillen gespielt haben. Unsere Jungs waren also an der inoffiziellen Schweizer Meisterschaft nicht bloss dabei, sondern sie mischten munter unter den Topteams mit. Als Belohnung für ihre sensationelle Teamleistung durften sie vor dem Bronzespiel gegen Wiler-Ersigen wie eine nationale Auswahl zum Line-up einlaufen und bekamen die Schweizer Nationalhymne abgespielt. Zudem gab es ein Starting-four und eine Best-player-Wahl nach dem Spiel. Positive Emotionen pur!

Charaktertest nach Fehlstart

Die Jungs mussten sich diese Glücksmomente im Verlauf des Turniers mehr als hart erarbeiten. Es gab kein einziges leichtes Spiel, nicht ein Tor wurde uns geschenkt. Kampf- und Einsatzbereitschaft, defensive Disziplin sowie der Glaube an sich und ans Team wurden von jedem Einzelnen bis aufs Äusserste gefordert. Bereits unsere Vorrundengruppe A hatte es in sich. Nach der bitteren 1:3-Startniederlage gegen Lokalmatador Langenthal-Aarwangen (ULA) musste das Team wieder aufstehen. Bis wenige Minuten vor Schluss hatte es nämlich noch 1:1 gestanden. Danach war der Druck gegen die Kloten-Dietlikon Jets bereits immens, weil beide Teams verloren hatten. Der verdiente 2:1-Sieg war ein Produkt der Leidenschaft und musste erzittert werden, hauchte uns aber unheimlich viel Vertrauen ein. Dieses bekamen im Anschluss die starken Adliswiler zu spüren. Wir zeigten einen sehr guten Auftritt und bezwangen sie ebenfalls mit 2:1, nachdem wir gegen sie Mitte April noch ein Testspiel mit 10:7 verloren hatten. Als Gruppenzweiter durften wir in die K.-o.-Runde. ULA holte sich den ersten Platz. Die Jets schieden als Gruppenvierter aus und mussten fortan um die Plätze 13 bis 16 spielen.

Defensive als Schlüssel zum Erfolg

Wir trafen nun im Derby auf die Jona-Uznach Flames. Auch sie schlossen ihre Gruppe B auf dem zweiten Rang ab. Der Sieger hatte einen Platz unter den besten sechs Mannschaften auf sicher. Zum dritten Mal gewannen wir mit 2:1. Zum dritten Mal bildeten die defensive Stabilität und unsere starken Torhüter das Fundament für den Erfolg. Diesmal war uns nämlich in der Offensive das Glück nur sehr spärlich hold. Unsere enormen Angriffsbemühungen führten nur zu zwei Toren. Zwei Stangenschüsse und einige andere ausgelassene Grosschancen wären uns zum Verhängnis geworden, hätten die Flames nach ihrem Anschlusstreffer noch einmal eingenetzt. Nun waren wir also im Kreis der besten sechs Teams angekommen. Wer hätte das vor dem Turnier für möglich gehalten!

Kampf um die Finalspiele

In einer Dreiergruppe bekamen wir es erneut mit ULA und mit Floorball Thurgau zu tun. Wollten wir um eine Medaille spielen, mussten wir mindestens Rang zwei in dieser Gruppe erreichen. Aber nur der Gruppensieg führte ins Endspiel. Nachdem Thurgau gegen ULA mit 3:0 gewonnen hatte, bekamen wir es mit den technisch versierten Ostschweizern zu tun. Nach einem Missverständnis bei einer Auslösung stand es schon nach kurzer Zeit 0:1 gegen uns. Auch vom 0:2 liessen wir uns nicht entmutigen und verkürzten in der Schlussphase auf 1:2. Doch Thurgau gewann das beidseits ruppig geführte Spiel verdient mit 1:3. Immerhin reichte uns nun bereits ein Unentschieden gegen ULA für das Bronzespiel. Schon wieder ging es körperlich teilweise überhart zur Sache. Beide Teams hielten sich diesbezüglich nicht zurück, wohl weil der Spielleiter bei der einen oder anderen Szene zu wenig konsequent eingegriffen hatte. Wir führten scheinbar sicher mit 2:0, als ULA noch einmal alles in die Waagschale warf und auf 2:2 stellte. Mit dem nötigen Glück retteten wir das Unentschieden über die Zeit. Wir hatten es ins kleine Finale geschafft! Wow, das war eine Herkulesaufgabe!

Wenn nur wenig fehlt

Nun erlebten unsere Jungs wie eingangs erwähnt ihr emotionales Highlight. Line-up, Nationalhymne und alles, was zu einem würdigen (kleinen) Finalspiel gehört. Leider gelang es uns nicht, die grossgewachsene Torfrau von Wiler-Ersigen zu bezwingen, obwohl wir einige gute Chancen kreierten. Nach einem Lapsus in der Verteidigung gingen die Berner in Führung und wir rannten vergebens dem Rückstand nach. Und als der Schiedsrichter nach einem kniffligen Ball (war er wirklich hinter der Linie?) auf Tor für Wiler-Ersigen entschieden hatte, war die Bronzemedaille für uns nicht mehr zu holen. Wir hatten aber nicht Bronze verloren, sondern den ausgezeichneten vierten Rang gewonnen. Eine tolle Saison ging mit einem Paukenschlag zu Ende. Bravo!

 

Raphael Iten 

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